Assistierender Zenlehrer
Johannes Michalak
Wolke der grenzenlosen Gegenwart
zen@himmelreichbochum.de
Johannes Michalak (*1967) ist Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Witten/Herdecke.
"Ich fand Ende der 80iger Jahre mit Anfang 20 zur Meditation. Ein sehr tiefes Gespräch mit einem Lehrer, den ich in der Zivildienstschule kennengelernt hatte, erlebte ich als existenzielles Wendeerlebnis – als Aufwachen zu einer „anderen“ Wirklichkeit. Seit diesem Erlebnis war für mich klar, dass ich den Weg der Meditation gehen wollte. Aber dieser Weg hatte – und hat bis heute - „99 Kurven“. Kontakt zum Programm „Leben aus der Mitte“ habe ich dadurch bekommen, dass es in meiner Gemeinde eine Regionalgruppe des Programms gab.
Der Einführungskurs, den ich nach einigen Monaten der Übung in der Regionalgruppe bei Pater Johannes Kopp besuchte, erwies sich als große Herausforderung. Da waren die Schmerzen und da waren die Schwierigkeiten, den Geist zu sammeln. Auch den mir von Pater Johannes gegebenen Hinweis, dass man mit sich umgehen soll, wie gute Eltern mit ihren Kindern umgehen, fand ich während des Einführungskurses erstmal nicht hilfreich (auch wenn, wie sich später herausstellte, dieser Hinweis von tiefer Wahrheit ist). Schließlich brach ich den Kurs am Sonntagmorgen ab, setzte mich ins Auto und fuhr nach Hause, ohne mich zu verabschieden... Nicht gut gelaufen!...? Bei diesem Abbruch wurde mir klar, dass es Demut auf dem Weg braucht – eine Erkenntnis, die für den Rest meines Lebens wichtig war.
Ich fing dann mit der Praxis von Qi Gong an, einer Praxis, die ich seit dem intensiv bei unterschiedlichen deutschen und chinesischen Qi-Gong-Lehrern und -Meistern vertiefte. Nach einigen Jahren kam ich zurück zum Zen und zu Pater Johannes. Es entwickelte sich eine tiefe Beziehung, für die ich ausgesprochen dankbar bin und die mir ungeahnte Weiten erschloss. Ich wurde mit Ende 20 Schüler von Pater Johannes und wurde 2024 zum assistierenden Zen-Lehrer ernannt – all das natürlich weiterhin mit „99 Kurven“. Mein Zen-Lehrername lautet „Wolke der grenzenlosen Gegenwart“.
Auf meinem Weg konnte ich die erstaunliche Erfahrung machen, mit der ich am Anfang meine Zen-Praxis gar nicht gerechnet hatte und die ich ursprünglich auch gar nicht gesucht hatte: Zen (und Qi Gong) haben meinen christlichen Glauben entscheidend vertieft. Worte der Schrift berühren mich auf ungeahnte Weise, und auch die Liturgie und die Eucharistie bekommen eine immer wieder neue und frische innere Tiefe.
In meinem Beruf als Forscher und Hochschullehrer beschäftige ich mich mit der psychotherapeutischen Anwendung von (Achtsamkeits-)Meditation. Ich forsche zur Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie für Depression und zur Rolle des Körpers bei psychischen Störungen. Außerdem bin ich in der Leitung des Achtsamkeitsinstituts Ruhr, das Achtsamkeits-Kurse sowie Fort- und Weiterbildungen für Achtsamkeitslehrer und -lehrerinnen anbietet."
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